Maria Sturm

Photographer
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Biography: MariaSturm was born in 1985 in Ploiesti, Romania and moved to Germany in1991. She received her Diploma in Photography and Media from theUniversity of Applied Sciences Bielefeld in 2012. Maria won theNew York Photo Award (category ‚ÄúStudent... read on
Public Story
Country Roads
Credits: maria sturm
Updated: 01/23/13

Statement

When we are young, we want to be adventurous, we want to explore the world, see new places, try to live differently for once and be far from 
our home. Still, we'll always be attached to this our home, regardless of it being a place, a feeling or a person.

 
The series COUNTRY ROADS tells a story about Georgian youth, their desire to leave the country for some time, but always knowing that they 
want and will return to Mother Georgia. Some day.

 
And it shows the rawness and the beauty of this country, in it's landscape and in it's future.

 

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Beim Titel dieser Serie denkt man sofort an die allzu bekannte Melodie des John Denver-Songs, singt ihn im Kopf weiter: „... take me home, to the place i belong...“. Sofort kommen melancholische Gefühle und Assoziationen von Heimat, Rückkehr, Sehnsucht auf.

 

Maria Sturm hat sich in dieser Serie offensichtlich mit einem hochinteressanten Phänomen beschäftigt: der Heimat. Der Begriff verweist zunächst auf eine Beziehung zwischen Mensch und Raum. Aber Heimat kann unterschiedliche Bedeutungen haben, die sich im Laufe der Jahrhunderte gewandelt haben: von einem rein von der Geburt abhängigen Ort zu einem von diversen Faktoren geprägten und individuell definierbaren Konstrukt. In diesem Sinn wird Heimat immer mehr zur Utopie, einem Ort, der mehr im Kopf als auf der Landkarte verankert ist.

 

Die Künstlerin, die in 1985 in Rumänien geboren wurde, hat sich in ihren Arbeiten jedoch nicht mit ihrer eigenen Heimat, sondern mit der von georgischen Jugendlichen beschäftigt. Dieser Schritt weg von der eigenen Person ist eine nicht ungewöhnliche Vorgehensweise in der Kunst, da sie der Künstlerin erlaubt zunächst nicht ihre eigene Vorstellung von Heimat, sondern die anderer aus einer etwas entfernten Perspektive zu betrachten. 

 

Diese Serie ist 2010 während einer Exkursion nach Tiflis entstanden. Georgien ist ein kleines Land – flächenmäßig in etwa so groß wie Bayern – , ein multiethnisches Land – was im Laufe der Geschichte einige Konflikte mit sich brachte – und außerdem – trotz steigender Wirtschaft – ein armes Land, was für die Jugendlichen, die dort leben nicht gerade die besten Zukunftsperspektiven eröffnet. In ihren Arbeiten beschäftigt sich Maria Sturm nicht nur mit Heimat, sondern auch mit Jugendlichen und deren Hoffnungen, Wünschen und Zukunftsperspektiven. Junge Menschen sehen sich oft mit einer großen Diskrepanz zwischen ihren Wünschen und Erwartungen und dem was für sie erreichbar ist konfrontiert, woraus Resignation und Hoffnungslosigkeit resultieren. Es stellt sich die Frage, ob man sich für Geld und einen guten Job, einen sicheren Weg sozusagen entscheiden sollte, oder ob man das tut, was glücklich macht. Immer weniger werden diese beiden Aspekte vereinbar, was die individuelle Freiheit das zu tun, was man möchte ungemein eingrenzt. Jungen Menschen in ärmeren Ländern stellt sich die Frage: „Soll ich meine Heimat verlassen und in einem reicheren Land einen Neuanfang wagen?“ 

 

Diese fotografische Serie ist eine Gegenüberstellung von Porträts von Jugendlichen und Landschaftsaufnahmen, welche die wunderbar raue Schönheit der georgischen Landschaft zeigen und gibt dem Betrachter auf diese Weise ein Gefühl von der Diskrepanz zwischen Träumen und Möglichem, Freiheit und Sicherheit, Heimat und Fremde. Die karge Landschaft der Berge vermittelt einen Eindruck von Schönheit und Leere und charakterisiert in gewisser Weise die Menschen, die dort aufgewachsen sind, da das geografische Umfeld eine der Konstituenten der eigenen Kultur und persönlichkeitsbildend ist.

 

Welche Rolle spielen Heimat und eigene Träume heute, in einer Zeit in der man gezwungen ist jedem möglichen Job hinterher zu reisen, ständig umzuziehen, sich immer wieder an anderen Orten einzugewöhnen und heimisch zu fühlen? 

Text: Kati Werkmeister

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